Honda präsentierte die CB1000F in Frankreich

Honda präsentierte die CB1000F in Frankreich auf zwei Events und würdigte dazu seine Motorsport-Historie, die auch das neue Modell inspirierte

image Fotos: Honda

Old school reborn

Honda Motor Europe Frankreich und die Honda Racing Corporation (HRC) nutzten zwei Events in Frankreich zu einem öffentlichen Auftritt, um die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Motorradsports zu zelebrieren – in Gegenwart von historisch wertvollen Motorrädern, einer Rennfahrer-Legende und einer aktiven Pilotin. Beim französischen Grand Prix in Le Mans sowie beim „Sunday Ride Classic 2026“ auf dem Circuit von Le Castellet wurde die herausragende Racing-DNA von Honda unterstrichen sowie ein neues Streetbike-Kapitel der Marke begleitet. 


Mit im Mittelpunkt stand der dreifache Weltmeister Freddie Spencer, der nach dem Gewinn der
500er WM 1983 (dem ersten Halbliter-Titel für Honda) schließlich in der Saison 1985 das
Kunststück schaffte, gleichzeitig die WM-Titel in der 500-cm³- und der 250-cm³-Klasse zu
erobern, was bis heute als herausragende Leistung in der Geschichte des Grand-Prix-Sports
gilt. 41 Jahre später kehrte Spencer ins Rampenlicht zurück – flankiert von zwei legendären
Maschinen seiner Karriere sowie der neuen CB1000F, die das Modellprogramm des weltgrößten
Herstellers bereichern wird. Die neue Honda CB1000F glänzt als moderner Vierzylinder-Roadster, dessen markantes Retro-Design von dem legendären CB750-Superbike inspiriert ist, mit dem „Fast Freddie“ einst in der
US-Championship für Furore sorgte. Beide Motorräder, die neue CB1000F und das legendäre
Renn-Superbike wurden gemeinsam mit der NSR500, Spencers WM-Siegermaschine während
der beiden Event-Wochenenden präsentiert und unterstrichen damit die Philosophie von
Honda, dass Historie und erfolgreiche Tradition nachfolgenden Generationen auf lebendige wie
unterhaltsame Art und Weise präsentiert werden kann.
 
„Die Honda NSR500 von 1985 hat vieles verändert“, erinnerte sich Freddie Spencer. „Sie
definierte neu, wie Motor und Fahrwerk gemeinsam konzipiert sein mussten, um eine
verbesserte Fahrbarkeit zu erreichen. Sie wieder zu fahren, fühlt sich an, als käme man nach
Hause. Sie ist mehr als nur ein Motorrad. Sie ist ein Teil von mir – und sie prägte sicher auch
etliche Rennmaschinen-Generationen, die auf sie folgten.“ Die NSR500 war Honda´s erste V4-Zweitakt-Grand-Prix-Maschine und etablierte ein von leichter Fahrbarkeit gekennzeichnetes Gesamtkonzept, das sich bis heute in der aktuellen MotoGP-Maschine RC213V wiederfindet. Spencers Erfolge ebneten somit den Weg zu einem
der dominantesten Motorräder der Renngeschichte. Mit an Spencers Seite in Le Mans trat Ana Carrasco auf, die aktuell Honda-Pilotin in der World Supersport Championship ist und 2018 den WM-Titel in der Supersport-300-Klasse eroberte.
 
Dazu kann Carrasco auf mehr als 80 Starts in der Moto3-WM zurückblicken. „Ich bin vor der Fahrt mit dieser besonders bedeutsamen Honda nervöser als vor jedem
Rennen“, gestand Ana Carrasco, bevor sie für Demorunden in den Sattel der NSR500 kletterte.
Das ist ein einmaliger Moment im Leben. Anders als bei heute üblicher Renntechnik dreht sich
hier alles um das Feeling und die intuitive Verbindung zum Bike. Es ist eine gewaltige Herausforderung
und ein Privileg obendrein.“ Ins Rampenlicht gerückt wurde bei beiden Events auch das technische Erbe von Honda.

Kundige Mitarbeiter aus der Honda Collection Hall in Motegi/Japan gewährten Einblicke in die
akribische Arbeit, die für die Erhaltung und den Betrieb der historischen
Rennmaschinen erforderlich ist. Das Honda-Museum beherbergt in wechselnden Ausstelllungen jeweils über
150 Exponate aus der Unternehmens-Historie. Dazu kommen Hunderte weiterer Renn- und
Serienmotorräder, die separat eingelagert sind, allesamt in fahrbereitem Zustand. Projektleiter Fujii-san erklärte dazu: „Unser Ziel ist es, die Geschichte lebendig zu halten – die Maschinen also nicht nur auszustellen, sondern sie zu besonderen Gelegenheiten auch zu bewegen. Manche Motorräder lassen sich innerhalb von Monaten restaurieren, bei anderen dauert es Jahre. Doch die Philosophie bleibt stets dieselbe – sicherzustellen, dass jedes Einzelstück ein lebendiges Zeugnis der Ingenieurskunst und Historie von Honda bleibt.“ Dieses Engagement wurde von Honda Ingenieur Waguri-san bekräftigt, der seine berufliche Laufbahn einst in der 500-cm³-Ära begann. „Damals wurden keine Anleitungen für notwendige Servicearbeiten erstellt“, erläuterte er.
 „Deshalb stützen wir uns zur Instandhaltung weitgehendauf originale Konstruktionszeichnungen und handschriftliche Notizen von Renntechnikern aus jenen Zeiten. Die Weitergabe dieses Wissens an die nächste Generation ist unerlässlich, um diese Motorräder am Leben zu erhalten.“ Der Kontrast zwischen der Ingenieurskunst der Vergangenheit und der Gegenwart wurde von Ujino-san, einem ehemaligen Mechaniker des Repsol Honda MotoGP-Teams und nach wie vor Mitglied des HRC-Entwicklerteams, näher beleuchtet. Während für moderne Rennmaschinen aufwendige Datenanalysen genutzt werden, wurde in früheren Zeiten eher auf Instinkt und sensorisches Gespür gesetzt. „Heutzutage wird mit versiegelten Motoren und Telemetrie-Daten gearbeitet“, erläutert er. „In der Zweitakt-Ära mussten die Techniker und Mechaniker das
Motorrad ‚lesen‘ können – etwa den Klang, die Vibrationen, ja sogar den Geruch.
 
Das erforderte ein gänzlich anderes Maß an Verständnis.“ Die Events und Demofahrten in Le Mans sowie in Le Castellet unterstrichen zudem die Kontinuität zwischen Honda`s Rennsporttradition und der Zukunft. Freddie Spencer, der die neue CB1000F zuvor bereits einmal in Japan ausprobieren konnte, ist davon überzeugt, dass
die jüngste Vierzylinder-CB die für Honda typische fahrerorientierte Philosophie verkörpert. „Was mich am meisten beeindruckte, waren der Fahrspass und die fühlbare Verbindung zum
Bike“, schilderte der Amerikaner. „Man spürt die markentypische Abstammung, jedoch gepaart
mit moderner Technologie, Stabilität und Gutmütigkeit. Honda hat schon immer Motorräder
gebaut, die es dem Fahrer ermöglichen, sich mit einem guten und sicheren Feeling bis ans Limit
vorzutasten. Die neue CB1000F führt diese Tradition auf wunderbare Weise fort.“ Im Rahmen der beiden Veranstaltungen waren Zuschauer und Fans eingeladen, die einzigartige
Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart hautnah zu erleben. Neben der ausgestellten
neuen CB1000F gab es Demonstrationsfahrten mit der NSR500 und dem CB750-US-Superbike
sowie Meet-and-Greets mit „Fast Freddie“ Spencer.

 

Julian Muntzer von Honda Motor Europe Frankreich, der an der Organisation der Events beteiligt war, betonte deren tieferen Sinn: „Es geht um mehr als Nostalgie, nämlich zu zeigen, wie unsere Geschichte auch heute noch die Ingenieurskunst beeinflusst. Diese Motorräder sind keine Relikte; sie tragen aktiv zur Markenidentität von Honda bei.“

 

Während sich der MotoGP-Sport durch fortschrittliche Elektronik und immer härteren Wettbewerb stetig weiterentwickelt, dienten diese Veranstaltungen zur Erinnerung an die Ursprünge des Sports und den Erfindungsreichtum, der ihn geprägt hat.

 

Ana Carrasco fasste die Bedeutung treffend zusammen: „Für die heutigen Fahrer und Fans sind Respekt und Verständnis der Historie von essenzieller Bedeutung. Diese speziellen Motorräder in Aktion zu erleben und ihre Präsenz zu spüren, fördert eine Faszination zu Tage, die uns alle verbindet.“

 

Mit zuversichtlichem Blick in die Zukunft und stolzem Blick auf die eigene Vergangenheit vermittelten beide Veranstaltungen eine kraftvolle Botschaft: Innovation mag den Fortschritt vorantreiben, doch das historische Erbe liefert gleichzeitig auch den Treibstoff für die Reise durch vor uns liegende Zeiten.

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