Honda CMX 500 Rebel

Test: Honda CMX 500 Rebel (Baujahr 2019)

Der sanfte Rebel

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Ist der nicht niedlich? Richtig schnuckelig aussehen konnte Hondas Mini-Rebell schon seit der Präsentation 2016, ein Verkaufserfolg ist er geworden. Was kann das kleine Moped sonst noch, mischt es die 500er-Klasse auf? Unser Test klärt die Lage.

Was ist das für ein Typ?

Die erste Runde rund um die Honda CMX 500 Rebel schafft keine Klarheit: Was ist das denn nun? Die dicken Reifen, die kurzen Kotflügel, das minimalistische Wesen – könnte es ein Bobber sein? Oder doch ein Cruiser, ein Chopper? So ganz wird sich die Frage während des Tests nicht klären lassen, aber dies mag durchaus ein Kompliment sein – sich nicht einordnen zu lassen, hat ja etwas rebellisches.

„Wenig“ scheint in vielen Fällen die passende Beschreibung der Rebel zu sein. Sie ist trotz Reihentwin ein sehr schmales Motorrad. Auch die Sitzhöhe ist mit 690 Millimetern extrem niedrig, der Tank klein und das ganze Motorrad eher kurz. Den dicken Auftritt bringen natürlich die Ballonreifen, die den Bobber-Cruiser-Chopper stämmig dastehen lassen.

Unter dem Tank steckt der bekannte Reihentwin von Hondas 500er-Baureihe, namentlich der CBR 500 R. Er soll laut Honda auf ein wenig mehr Drehmoment abgestimmt sein, die Höchstleistung liegt bei 46 PS. Übrigens: Wir haben hier nicht die A2-Version für Führerschein-Neulinge getestet, es gibt nur diese.

Das Rundinstrument ist digital und bobbermäßig reduziert, denn Ganganzeige und Drehzahlmesser fehlen in der schmalen Anzeige.

Insgesamt sieht sie im Stand super aus. Obwohl wir beide leistungsstärkere Maschinen fahren, freuen sich Dietmar wie ich auf den Test. Dann lassen wir den kleinen Rebellen mal von der Leine.

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Nichts für Kurvenkratzer

Das indifferente im Typ der Rebel beweist die Sitzposition. Tatsächlich kommen auch sehr kleine Menschen mit den Füßen problemlos auf den Boden und sitzen insgesamt gut in der Honda. Und große? Überraschung: Sie sitzen ebenso gut. Das liegt sicher mit an der ungewöhnlichen Position der Fußrasten: Erwartet hätte man, dass die Füße weit nach vorne ragen, doch die Rasten sitzen mittig: Das soll den Fahrer besser in das Motorrad integrieren und ihn fahraktiver einbinden.

Schauen wir doch mal, ob das stimmt. Was wir jetzt mal weglassen, da es bei jeder Honda so ist: Die Bedienung ist wie immer einfach und logisch. Nichts hakt, nichts wackelt oder ist schwergängig. Danke, Honda. Gang rein und los … und siehe da: Auch dieses Versprechen hat Honda eingehalten. Dank der normal platzierten Fußrasten und des nicht weit weg liegenden Lenkers ergibt sich eine bequeme und gleichsam entspannte Fahrhaltung. Man hat immer das Gefühl, die ganze Fuhre im Griff zu haben.

Die erste Kurve naht, zwei Dinge fallen auf. Der träge aus der Geradeausfahrtposition kommende Reifen sowie der hohe Fahrkomfort führen dazu, dass Kurvenkratzer auf dem falschen Moped Platz genommen haben. Doch der Rebell in uns ist natürlich geweckt, und wir haben die schnelle Gangart ausprobiert. Ergebnis: Lasst es sein, die Fußrasten setzen früh auf, der Reifen bleibt bei engagierter Kurvenfahrt zu distanziert, und da wären noch die Bremsen.

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Bremsen eher 1b

Tja, hier hat Honda die reduzierte Variante gewählt und spendiert vorne nur eine Einzelscheibe. Das reicht im Alltag aus. Doch sollte sich dieser eher weniger an serpentinenreichen Strecken in den Alpen abspielen, denn da dürfte die Anlage im Zweifel überfordert sein.
Mit schönem, aber nicht zu lauten Sound unterstützt der Motor die gemäßigte Fahrweise. Er funktioniert und liefert ab – immer vor dem Hintergrund, dass es sich um einen 500er handelt. Er zieht sauber von unten heraus, so dass man sich irgendwann gar nicht mehr auf die Technik, sondern einfach auf das Fahren konzentriert. Und genießt.

Was will man mehr?

Fazit 

Also: Daumen hoch, oder nicht? Ganz klar, Daumen hoch. Selten kann man mal ein Motorrad fahren, was vielleicht den persönlichen Geschmack nicht trifft und schon gar nicht den Fahrstil – das aber trotzdem Sympathiepunkte ohne Ende einfährt.

Dazu ist es eine Honda, will sagen: Hohe Qualität ist gewährleistet, einfache Bedienung wie schon erwähnt auch. Verhindert vielleicht der Preis den Kauf? Nein, 6075 Euro Neupreis sind es, den ganzen Spaß gibt es also für kleines Geld.

Das Testbike wurde uns von Motofun in Kaltenkirchen zur Verfügung gestellt.

Preis / Verfügbarkeit / Farben / Baujahre

  • Preis: 6.075€
  • Gebraucht (3 Jahre alt): 4.900€
  • Baujahre: seit 2016
  • Verfügbarkeit: sehr gut
  • Farben: grau, mattgrau, schwarz, rot
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Pro & Kontra

  • Fahrkomfort
  • Preis
  • Bedienung
  • Cruisen
  • Nicht sportlich
Von unserem Team geprüft:

Allgemein

Typ
Cruiser
UVP
6.174 €

Abmessungen

Länge
2.190 mm
Höhe
1.090 mm
Gewicht
190 kg
zul. Gesamtgewicht
361 kg
Sitzhöhe
690 mm
Radstand
1.490 mm

Fahrleistungen & Reichweite

0 auf 100
5,9 s
Tankinhalt
11,2 l
Verbrauch
3,7 l
Reichweite
303 km
Höchstgeschw.
155 km/h

Motor & Kraftübertragung

Motorbauart
Reihe
Zylinderzahl
2
Kühlung
flüssig
Hubraum
471 ccm
Bohrung
67 mm
Hub
66,8 mm
Leistung
46 PS
8.500 U/Min
Drehmoment
43,2 NM
6.500 U/Min
Ganganzahl
6
Antrieb
Kette

Fahrwerk & Bremsen

Stahl
Federung vorn
Telegabel 41 mm
Federbein hinten
Zentralfederbein
Aufhängung hinten
Zweiarmschwinge
Bremsen vorne
Einzelscheibe
295 mm
Reifen vorne
ZR
Bremsen hinten
Scheibe
240
Reifen hinten
ZR