Yamaha MT-07

TEST: YAMAHA MT-07 (Baujahr 2021)

Bestseller in der Hyper Naked-Klasse

imageAls das Design-Team von Yamaha vor rund einem Jahrzehnt damit beauftragt wurde ein dynamisches, neuartiges Motorrad zu entwickeln, dass sich von all seinen Vorgängern abheben sollte, ahnte noch niemand, welch durchschlagenden Erfolg man damit erzielen würde. Heute aber steht fest: Yamahas MT-07 hält mit über 125.000 verkauften Einheiten seit ihrer Markteinführung die Nummer 1-Position in der Hyper Naked-Klasse. Optisch aufgefrischt startet der Bestseller nun in die Saison 2021.

Einleitung

Die Veränderungen, welche die MT-07 für den Start in die neue Saison bekommen hat, sind überschaubar. Warum sollte man auch ein solch erfolgreiches Konzept grundlegend ändern? Aber es gibt doch einige Updates, die das Motorrad unserer Meinung nach noch ein bisschen besser machen als es ohnehin schon war. So wurden zum Beispiel die Bremsscheiben vorne in ihrer Dimension auf 298 mm vergrößert. Das Display ist nun durch weiße Zahlen auf schwarzem Hintergrund besser ablesbar und die Beleuchtung vollständig in LED-Technik ausgeführt. Auch sind die bisher im Display integrierten Taster für die Bedienung des Bordcomputers verschwunden. Dieser wird nun über einen Schalter links am Lenker bedient. Der Lenker wurde übrigens auf jeder Seite um 1,5 cm verbreitert.
 
Neu sind auch die Erst-Ausstattungsreifen: Der Michelin Pilot Road 5 stellt eine echte Verbesserung dar. Durch die Umstellung auf Euro 5 muss das beliebte CP-2 Aggregat zwar einen Leistungsverlust von 1,4 PS hinnehmen, aber die MT-07 hat dadurch nicht spürbar an Drehfreudigkeit oder Kraft verloren. Daran ändert auch die geringfügige Gewichtszunahme von 2 kg nichts. Die Maschine ist nach wie vor ein leichtes, sehr gut bedienbares Bike. Ansonsten sind es vor allem optische Neuerungen die uns auffallen.
 
An die neue Frontmaske muss sich vielleicht mancher noch gewöhnen, aber insgesamt gefällt uns die optische Auffrischung recht gut. Die in schwarz gehaltenen Bedienelemente, die schwarze Rahmen-Motor-Einheit und das optimierte Finishing lassen die MT-07 nun noch etwas moderner erscheinen. Was die drei neuen Farben (Storm Fluo, Tech Black, Yamaha Blue) angeht streiten wir noch. Während Dietmar sich auf Mausgrau mit knallroten Felgen einschießt, tendiert Markus eher zum schnittigen blau. Wer jedoch farbtechnisch kein Wagnis eingehen möchte, nimmt wahrscheinlich ohnehin die schwarze Variante, aber wir wollen uns an dieser Stelle nicht in Geschmacksfragen verlieren.

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Das soll sie können

Mit ihrem drehmomentstarken 690 ccm CP2-Motor und dem kompakten und agilen Fahrwerk zählt sie zu den meistverkauften Yamaha Modellen und erfreut sich äußerster Beliebtheit. Vor allem auch durch ihre herausragende Vielseitigkeit soll die Maschine glänzen. Und in der Tat lässt sich ein gehöriges Maß an Fahrspaß in jeder Lage nicht leugnen. Dabei ist die MT-07 in jeder Situation erfreulich gut in den Griff zu bekommen. Auch beim Rangieren oder sogar für den Fall, dass die Maschine mal umfällt (wem ist das nicht schon einmal passiert?) benötigt man weder Superkräfte noch einen Kran, um das Gefährt wieder in die gewünschte Position zu bekommen.

Einmal auf der Maschine Platz genommen fühlen wir uns auch recht schnell zuhause. Doch obwohl Yamaha mit der Neuauflage der MT-07 eine verbesserte Ergonomie für große Fahrer verspricht, wünscht sich der 1,84m große Dietmar eine Verbesserung in Sachen Kniewinkel. Kein Problem, denn im Zubehör gibt es für 392 € zurückversetztbare Fussrasten, mit denen die Position selbiger dann verändert werden kann. Herrlich erfrischend findet Markus, wie puristisch die Maschine daher kommt. Hier verliert sich wirklich niemand in irgendwelchen Untermenüs und man kann sich voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren: EINFACH FAHREN! Und genau das wollen wir dann jetzt auch tun...

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So fährt sie sich

Wir haben uns zwar sehr darauf gefreut, die neue MT-07 endlich fahren zu dürfen, aber so richtig euphorisch waren wir ehrlich gesagt vor Fahrtantritt noch nicht. Warum? Naja, vielleicht weil die MT-07 weder die Schnellste, noch die kräftigste, teuerste oder sonst irgendwie ungewöhnlichste Testmaschine für uns darstellt. Doch man sollte sie nicht unterschätzen, diese Art Motorrad.

Denn kaum losgefahren übermannt einen jede Menge Spaß am Fahren mit einem solch leichten und überschaubaren, aber in Relation doch kräftigen Motorrad. Denn es ist eben nicht alleine die Leistung, die für ein aufregendes Fahrgefühl sorgt. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel aus Gewicht, Leistung und Agilität einer Maschine. Und in diesem Zusammenhang kann die Yamaha absolut punkten. Sie beschleunigt flott, ohne ihren Fahrer dabei in irgendeiner Weise zu überfordern. Ganz im Gegenteil fühlt sich die MT dabei erfrischend leicht und wendig an. Damit lässt sich sicher auch im Stadtverkehr gut vorankommen.
 
Aber Ihre wahre Stärke liegt wohl auf der Landstraße. Dort bringt sie ihren Fahrer zügig voran und verleiht ihm ein spritziges Fahrgefühl. Abgesehen von einem natürlich vorhandenem, nicht deaktivierbaren ABS (schließlich schreibt der Gesetzgeber das ja vor) verfügt die Maschine über keinerlei elektronische Hilfssysteme. Ride-by-wire, Fahrmodi, Traktionskontrolle oder Kurven-ABS sucht man hier vergebens. Das jedoch mindert den Fahrspaß nicht im Geringsten und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Maschine auch bezahlbar bleibt.
 

Fazit - was bleibt hängen

Was hängen bleibt ist schnell gesagt: Yamaha ist mit der MT-07 ein wirklich vielseitiges Motorrad gelungen. Es zeichnet sich durch reichlich Fahrspaß und sein äußerst puristisches Konzept aus, an dem sich all jene erfreuen können, denen Einstellungs- und Ausstattungsmerkmale nicht fehlen. Wer Freude daran hat sein Bike vor der Ausfahrt am Frühstückstisch via APP zu konfigurieren wird sich sicher für ein anderes Gefährt entscheiden.
 
Gut eignet sich die MT-07 auch für Anfänger und Wiedereinsteiger, denn die Maschine lässt sich für Führerscheinneulinge auf A2-taugliche 48 PS drosseln. Somit hat man ein Motorrad, an dem man auch nach der A2-Phase noch lange Freude haben kann, ohne direkt in ein kräftigeres Bike investieren zu müssen. Und Yamaha setzt mit dem 500,- € Young Star Führerscheinzuschuss noch einen obendrauf: Wer sich bis zum 30. Juni 2021 für eine neue MT-07 entscheidet und nachweist, dass er seinen Führerschein der Klasse A2 oder A ab dem 01.01.2020 gemacht hat, bekommt einen Zuschuss von 500 €! Das macht den ohnehin schon angemessenen Preis noch ein kleines bisschen attraktiver.

Die Testmaschine wurde uns zur Verfügung gestellt von Motorrad Ruser.

Preis/Verfügbarkeit/Farben/Baujahre

  • Preis: 7.374€
  • Baujahre: 2021
  • Verfügbarkeit: ab 2021
  • Farben:

    Storm Fluo / Icon Blue / Tech Black

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Pro & Kontra

  • Preis/Leistung
  • Wendigkeit
  • Geringes Gewicht und leichtes Handling
  • Fahrspaß
  • Vielseitigkeit
  • Herrlich puristisch / nix was man nicht braucht
  • Fahrwerk nicht einstellbar
  • schmale Ausstattung
  • Windschutz
Von unserem Team geprüft:

Allgemein

Typ
Naked
UVP
7.374 €

Abmessungen

Länge
2.085 mm
Höhe
1.105 mm
Gewicht
184 kg
zul. Gesamtgewicht
360 kg
Sitzhöhe
805 mm
Radstand
1.400 mm

Fahrleistungen & Reichweite

0 auf 100
3,9 s
60 auf 100
4,2 s
Tankinhalt
14 l
Verbrauch
4,2 l
Reichweite
320 km
Höchstgeschw.
207 km/h

Motor & Kraftübertragung

Motorbauart
Reihe
Zylinderzahl
2
Kühlung
flüssig
Hubraum
689 ccm
Bohrung
80 mm
Hub
68,6 mm
Leistung
73 PS
Drehmoment
67 NM
Ganganzahl
6
Antrieb
Kette

Fahrwerk & Bremsen

Rahmen
Brückenrohrrahmen
Federung vorn
Telegabel
Federweg:
130 mm
Federbein hinten
Einstellbares Zentralfederbein
Federweg:
130 mm
Aufhängung hinten
Zweiarmschwinge aus Stahl
Bremsen vorne
Doppelscheibe
298 mm
Reifen vorne
120/70 ZR 17
Bremsen hinten
Scheibe
245
Reifen hinten
180/55 ZR 17
ABS
Serienmäßig