Harley Davidson – mehr Legende geht nicht

imageFotos: Harley Davidson

Schon 1903 gegründet plus ein einzigartiges Image – mehr müsste man zu Harley Davidson eigentlich nicht sagen. Tatsächlich schafft es die Marke seit Jahren, ihre Fans eng an sich zu binden. Gleichzeitig ist die Zahl derer, die sich niemals vorstellen könnte, eines der Mopeds aus Milwaukee zu fahren, ebenso stabil.

Gegründet von einer Frau?

Dann starten wir mal mit dem, was unstrittig ist. Das Gründungsjahr 1903 bedeutet, dass Harley Davidson eine der ältesten Marken weltweit ist, die heute noch produziert. Übrigens nicht die älteste überhaupt und auch nicht in den USA – in beiden Fällen ist das Indian (1901). Harley kaufte zwischendurch die Marke Buell, sie stellte sportliche Motorräder mit Harley-V2-her.

William S. Harley (technischer Zeichner) und Arthur Davidson (Modellbauer) lernten sich bei der gemeinsamen Arbeit für einen Elektromotoren-Hersteller kennen. Vielleicht ist es nur eine Geschichte, aber immerhin eine schöne: Nach diversen Quellen soll die Schauspielerin Anna Held mit den Anstoß zur Produktion von eigenen Motorrädern gegeben haben. Diese düste mit einem De-Dion-Bouton-Motordreirad durch die Straßen von Milwaukee, was 1901 eine Sensation war.

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Garagengold

Aus dieser Zeit sind Konstruktionszeichnungen für einen Motor mit 116 ccm bekannt, die von William Harley stammen. 1903 bezogen die beiden ihre erste eigene Werkstatt. Wobei diese aus einem kleinen Schuppen hinter dem Haus der Familie Davidson in Milwaukee bestand. Doch das Geschäft lief an, denn Arthurs Brüder William und Walter stießen auch zur Firma.

Wirklich als Firma gegründet wurde die „Harley-Davidson Motor Company of Milwaukee“ erst am 17. September 1907. Verschollen sind die ersten Motorräder von Harley und Davidson, der Prototyp von 1903 sowie die beiden Vorserienmodelle von 1904.

Die eigentliche Motorradproduktion begann 1905 mit dem „Model 1“. Mit dem, was man heute unter einer Harley versteht, hat das Model 1 naturgemäß nichts zu tun. Der Einzylindermotor trieb das Hinterrad direkt an, eine Kupplung existierte nicht. Doch schon die ersten Modelle überzeugten die Kunden mit ihrer Fahrstabilität und Qualität. Nachdem Walter Davidson ein Verbrauchsrennen (!) gewonnen hatte – er benötigte umgerechnet etwa 1,2 Liter Sprit auf 100 Kilometer – kamen größere Aufträge von Polizei und der Bell Telephone Company. Harley Davidson war im Geschäft und beschäftigte jetzt 18 Mitarbeiter.

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Der erste V2: gekommen, um zu bleiben

1909 kam der erste V2 in der „Model 5D“ auf den Markt. Schon dieser V2 hatte den typischen 45 Grad-Winkel sowie Gabelpleuel. Harley Davidson produzierte und produziert auch andere Bauformen als den V2, doch Motoren mit dieser Form gelten als DIE Klassiker.

1911 kam das Modell auf den Markt, welches den endgültigen Durchbruch brachte: Das Modell 7D. Der Motor mit 811 cm³, erhielt über eine Nocke zwangsgesteuerte Einlassventile, die Bremsen wurden wesentlich verbessert und der Rahmen verstärkt. Die Maschine war alltagstauglich nach damaligen Maßstäben. Erwähnt werden muss noch, dass Harley von den Behördenaufträgen profitierte. Im Ersten Weltkrieg lieferten die Amerikaner rund 20.000 Maschinen ans Militär.

Zwischen 1929 und 1948 produzierte Harley Davidson den legendären Flathead („Flachkopf“) Motor. Dazu ein neues Motorrad, das Model D. Neben diesem seitengesteuerten Motor verfügte es erstmals über die Springergabel und Trommelbremsen vorne und hinten.

Etwa ab den 80er-Jahren stellte Harley nicht mehr irgendwelchen Technik-Firlefanz in den Vordergrund, sondern verwies in Anzeigen immer öfter auf den Charakter der Motorräder. Mit der Flut japanischer Motorräder wollte man nicht auf technischer Ebene konkurrieren, sondern verließ sich auf den angestrebten Kultstatus.

Das klappt mal besser, und mal schlechter. So sind die Bikes Kult, aber sie werden von anderen Bikern oft abgelehnt. Das Standardmotorrad von Rockergruppen wie den Hells Angels kommt nicht überall gut an. Gleichzeitig schaffte es Harley, mit seinen Maschinen in vielen Filmen mitzuspielen. Das geht vom Terminator 2 über Pulp Fiction bis zum wohl berühmtesten Filmauftritt überhaupt: Durch den Film Easy Rider (1969) mit Peter Fonda und Dennis Hopper erlangte die Marke erst Kultstatus.

Die Konzentration auf die schweren Bikes hat Harley Davidson oft an den Rand des finanziellen Zusammenbruchs gebracht. Die Firma überlebte jedoch immer und arbeitet laut den gezeigten Prototypen an verschiedenen Motorrädern mit Elektroantrieb.

Daten

  • Gegründet: 1903
  • Legendär: V2-Motor
  • Ausrichtung: Cruiser, Chopper