Yamaha MT-09

YAMAHA MT-09 im Test (Baujahr 2021)

Übernimmt sie das Performance-Zepter der MT-Dynastie?

imageYamaha selbst sagt zur MT-09: "Revolutionäre Thronfolgerin am Start: Dieses drehmomentstarke und radikal gestylte Hyper Naked Bike aus der Dark Side of Japan-Reihe übernimmt das Performance-Zepter der MT-Dynastie." Ob man dieses zurückhaltende Statement so stehen lassen kann gilt es jetzt für uns herauszufinden.



Zugegeben: Die Erwartung war groß

Und das nicht nur wegen dieses vollmundigen Yamaha-Statements. Denn viele Motorräder durften wir schon testen und jeder Test hat seinen ganz eigenen Charme. Manche allerdings besonders viel davon. Und ein eben solcher war 2019 der Test der MT-09 von Yamaha. Klar, auch viele Randbedingungen tragen dazu bei, dass ein Test besonders viel Spaß macht. Sei es das Wetter oder die persönliche Tagesform der Tester. Aber eines kann man dennoch sicher sagen: Das Testbike spielt immer die Hauptrolle dabei. So ist es auch kein Wunder, dass Dietmar und ich nach den 2019 gesammelten Erfahrungen mit Yamahas MT-09 nun mit einer gewissen Erwartungshaltung ins Rennen gegangen sind. Haben wir genauso viel Fahrspaß wie vor 2 Jahren?

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Das soll sie können

Die Antwort auf diese Frage war schnell gefunden: JAAA, haben wir! Eines kann die Maschine also auf jeden Fall: Fahrfreude vermitteln. Aber was noch? Nun der legendäre CP-3-Motor ist leichter, leistungsstärker und bietet mehr Drehmoment im unteren Drehzahlbereich. Obendrein hat man den 889 ccm-Dreizylindermotor EU 5 konform gemacht und sein Klang ist immer noch eine wahre Freude. Die neuen gesenkgeschmiedeten Alufelgen sind 700 g leichter was die herausragende Agilität der MT-09 unterstützt. Das neue CF-Druckguss-Alu-Rahmendesign sorgt für eine höhere Verwindungssteifigkeit und somit für Stabilität und ein noch dynamischeres Fahrverhalten. Die neue 6-achsige IMU steuert die serienmäßigen Hightech-Assistenzsysteme wie eine schräglagenabhängige 3-Modi-Transaktionkontrolle, das Slide Control System, Vorderrad-LIFT Control und das Bremssteuerungssystem. Apropos Bremssystem: Hier hat die Maschine einen radialen vorderen Hauptzylinder, der den Hydraulikdruck zu den beiden 4-Kolben-Bremssätteln linear steuert und die beiden 298mm Scheiben vorn betätigt. Die MT-09 ist übrigens erst das zweite Serienmotorrad von Yamaha, welches über diese ursprünglich für den Rennsport entwickelte Technologie verfügt. Auch Serie ist der Quickshifter welcher seinen Dienst zuverlässig verrichtet. Die Federung der Maschine ist einstellbar und wem das noch nicht reicht der hat mit der MT-09SP die Möglichkeit auf noch hochwertigere Federelemente zu bauen. Kontrollezentrum der MT-09 ist ein leider etwas kleines aber dennoch feines 3,5-Zoll Farb Cockpit. Dessen Ablesbarkeit ist okay und alle wichtigen Informationen finden dort Ihren Platz. Nun zum Styling: Fesch und modern kommt das Hyper Naked-Bike allemal daher und stellt durch seine Nacktheit Rahmen und strukturelle Komponenten gekonnt in Szene. Am meisten Kritik muss die neue MT-09 für ihre zyklopenartige Frontmaske einstecken, die nicht jedem auf Anhieb gefallen will. Nichts desto trotz sorgt der kompakte LED-Frontscheinwerfer für eine sehr gute Lichtausbeute was ja auch seine eigentliche Aufgabe ist. Aussehen ist wichtig – aber noch wichtiger ist gerade bei der MT-09 wie sie sich die fährt. Also satteln wir jetzt endlich die Pferde!

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So fährt sie sich

Und davon nicht weniger als 119 bei 10.000 U/min um genau zu sein. Das maximale Drehmoment liegt bei 93 Nm bei 7.000 U/min. Klingt heutzutage nicht übertrieben, fühlt sich aber echt nach viel an! Denn es sind nur 189 kg die es hier voranzutreiben gilt und das geschieht wenn man möchte in Windeseile (3,1s). Auch beim Durchzug macht die Maschine eine beeindruckende Figur. Wer seinen Vorderreifen schonen möchte, dem gelingt es problemlos durch entsprechende Betätigung des Gasgriffes unnötigen Gummiabrieb auf dem Asphalt zu vermeiden. Dabei sollte man natürlich aufpassen, dass die Sozia an Bord bleibt! Wobei beim Soziuskomfort ohnehin Luft nach oben ist – eine Komfortsitzbank ist allerdings im Zubehör erhältlich. Sobald das Vorderrad wieder Bodenkontakt hat und man auf der Stelle wenden möchte merkt man schnell, dass die MT-09 (wie so viele Naked-Bikes) durch den geringen Lenkeinschlag einen eher großen Wendekreis hat. Nervt aber nur beim Rangieren, beim Fahren ist die MT-09 ein eher wendiger Gefährte. Und das macht einfach unfassbar viel Spaß! Es ist schwer zu sagen wie Yamaha es schafft einen solch quirligen Fahrspaß in das Bike zu bekommen aber es ist ihnen gelungen und das ist die Hauptsache. Und um noch ein wenig mehr darauf herumzureiten: Das ist es was uns so gut an der MT-09 gefällt: Fahrspaß ohne Ende!

Fazit - was bleibt hängen

So gesehen ist die MT-09 also durchaus eine würdige, revolutionäre Thronfolgerin und übernimmt das Performance-Zepter der MT-Dynastie. Bestimmt auch die ein oder andere Tour macht mit ihr Spaß, denn man kann satte 225kg zuladen und es gibt im Zubehör auch passende Gepäcklösungen dafür. Für die richtig große Reise allerdings wird man vermutlich eher die Verwandtschaft in Form der Tracer 9 bemühen. Alles in allem aber ein wirklich gelungenes Motorrad das seinem Fahrer eine Menge Spaß zu einem fairen Preis bietet.

Unser Dank geht an Motorrad-Ruser für das Testbike.

Preis/Verfügbarkeit/Farben/Baujahre

  • Preis: 9.799€
  • Verfügbarkeit: ab 2021
  • Farben: Storm Fluo / Icon Blue / Tech Black
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schließen
waveform

Pro & Kontra

  • Preis- Leistungsverhältnis
  • moderates Gewicht
  • leichtes Handling
  • enormer Fahrspaß
  • toller Motor
  • gute Ausstattung
  • Fahrleistung
  • gewöhnungsbedürftige Frontmaske
  • geringer Lenkeinschlag
Von unserem Team geprüft:

Allgemein

Typ
Naked
UVP
9.799 €

Abmessungen

Länge
2.090 mm
Höhe
1.190 mm
Gewicht
189 kg
Sitzhöhe
825 mm
Radstand
1.430 mm

Fahrleistungen & Reichweite

0 auf 100
3,4 s
60 auf 100
4 s
Tankinhalt
14 l
Verbrauch
5 l
Reichweite
280 km
Höchstgeschw.
225 km/h

Motor & Kraftübertragung

Motorbauart
Reihe
Zylinderzahl
3
Kühlung
flüssig
Hubraum
890 ccm
Bohrung
78 mm
Hub
62,1 mm
Leistung
119 PS
Drehmoment
93 NM
Ganganzahl
6
Antrieb
Kette

Fahrwerk & Bremsen

Rahmen
Brückenrohrrahmen
Federung vorn
Upside-Down 41 mm
Federweg:
130 mm
Federbein hinten
Monofederbein
Federweg:
122 mm
Aufhängung hinten
Zweiarmschwinge
Bremsen vorne
Doppelscheibe
298 mm
Reifen vorne
120/70 ZR17
Bremsen hinten
Scheibe
245
Reifen hinten
180/55 ZR17

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