Ducati Monster

DUCATI Monster (2021) | TEST (deutsch) (Baujahr 2021)

Monstermäßig viel Fahrspaß!

imageFotos: motorradtest.de

 
Gebaut seit 1993 und das über 350.000-mal scheut Ducati mit der 2021-Variante ihrer Monster keineswegs radikale Änderungen. Das markante Merkmal eines Gitterrohrrahmens sucht man an der neuen Monster vergebens. Stattdessen setzen die Italiener nun auf einen leichten, eleganten Alu-Rahmen und es gibt weitere Neuerungen bei diesem erfolgreichen Naked-Bike.

Wer hat Angst vor der neuen Monster? … Niemand!...

Wenn Sie aber kommt,… dann laufen wir natürlich nicht davon sondern fahren sie Probe! Mit dem Wegfall des beliebten Gitterrohrrahmens gewinnt die neue Monster nämlich auch einige angenehme Vorzüge. Vor allem sei hier das um 18 Kilogramm reduzierte Gewicht erwähnt. Lediglich 188 Kilogramm fahrfertig (166 kg trocken!) gepaart mit dem überaus kräftigen Testastretta-Zweizylinder-Motor mit 937 Kubikzentimeter Hubraum, 111 PS bei 9250 Umdrehungen und 93 Newtonmeter bei 6500/min ergeben einen monstermäßigen Wumms.

Hier ist der Name also nach wie vor Programm – vielleicht sogar noch etwas mehr als bei der Vorgängerversion, der Monster 821. Insgesamt aber wird das Monster etwas zahmer, der Motor geschmeidiger und besser dosierbar was für eine insgesamt leichtere, weniger aufbrausende Fahrbarkeit sorgt. Ducati will mit diesem Neustart vermutlich eine breitere Zielgruppe erreichen und die Rechnung dürfte aufgehen. Denn sowohl erfahrene Fahrer sowie weniger versierte Neu- und Wiedereinsteiger (es gibt auch eine A2-Variante mit 35 kW) als nicht zuletzt auch zierlichere FahrerINNEN sollten nun keine Angst mehr vor der Monster haben müssen. Ein gewisser Respekt vor der vorhandenen Kraft dürfte allerdings auch weiterhin angebracht sein, aber der empfiehlt sich beim Motorradfahren ja ohnehin.

Außerdem hat die neue Monster serienmäßig eine Menge elektronischer Helferlein wie Schräglagen-ABS, Traktionskontrolle, Schaltassistent für kupplungslose Gangwechsel, mehrere Fahrmodi sowie Launch- und Wheelie-Control an Bord und macht es Ihrem Fahrer damit noch ein wenig leichter, die Kontrolle zu behalten.

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Das soll sie können

Just Fun: Fahrspaß bieten – und das tut sie ohne Ende. Es ist schon erstaunlich, wie viel Vergnügen wir beim Testen dieses leichten Mittelklasse-Naked-Bikes hatten – und das obwohl es saukalt war. Aber das ist es eben, was diese Art Motorrad so liebenswert macht. Und es ist obendrein auch noch eine waschechte Ducati. Sicher, das hat im Vergleich zu manchem Konkurrenten seinen Preis aber wer Ducati fahren möchte nimmt das wohl in Kauf.

Zudem sei erwähnt, dass die Monster nicht nur leichter, agiler, kräftiger und stärker sondern mit 11.290 € auch etwas günstiger als das Vorgängermodell geworden ist. Der motorradtest.de-Redaktion gefällt auch das neue Design recht gut. Wobei wir natürlich auch jene verstehen, die dem markantem Gitterrohrahmen nachweinen. Aber am Ende ist es doch so: Stillstand ist Rückschritt. Und wenn man nicht ab und zu etwas Neues wagt, ändert sich eben auch nichts. Häufig beschränken sich Modelländerungen ja lediglich auf die Farbgebung oder unwesentliche Details. Hier wurde nun mal beherzt zugegriffen und ohne Scheu wirklich etwas gewagt. Chapeau Ducati!

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So fährt sie sich

Auf zur Probefahrt: Schon beim ersten Draufsetzen merkt man sofort, dass die neue Monster irgendwie zugänglicher geworden ist. Sie hat einen besseren Lenkeinschlag und eine angenehmere Sitzposition. Der Knieschluss ist großartig, alles ist am richtigen Platz und funktioniert tadellos. Im Vergleich zur etwas sperrigeren 821 hat man es hier nun mit einem wieselflinken, kurvengierigem Gefährt zu tun.

Der Motor der neuen Monster eignet sich perfekt für die Landstraße. Leicht und sportlich, wiegt das 937-cm³-Triebwerk fast 2,4 kg weniger als der Motor der Monster 821. Lediglich bei sehr niedrigen Drehzahlen ist der Zweizylinder etwas ruppig. Aber mal ehrlich: Man kann das auch lieben! Und ab etwa 6000 U/Min geht es dann mal so richtig zur Sache. Die Maschine entfacht hier ein wahres Feuerwerk an Kraft, ist handliche und agil und büßt dabei nichts an Stabilität ein.

Willig legt sie sich in die Kurven ohne dabei kippelig zu wirken. Bei den Reifen hat Ducati mit den Pirelli Diablo Rosso III eine sehr gute Wahl getroffen und auch die Bremsen funktionieren spitzenmäßig! Klanglich fällt die neue Monster im Vergleich zur lauten Vorgängerin etwas ab. Sie ist merklich leiser geworden und klingt auch weniger böse. Euro-5 lässt grüßen.

Das moderne 4,3 Zoll TFT-Farbdisplay im Stil der Panigale V4 wechselt je nach Lichteinfall automatisch zwischen Tag- und Nachtfahrmodus und ist, obwohl es relativ klein ist, gut ablesbar. Wer möchte, kann die neue Monster mit dem Ducati Multimedia System (DMS) ausrüsten. Über eine Bluetooth-Verbindung kann man dann z.B. eingehende Anrufe entgegennehmen, Musik hören oder Textnachrichten empfangen.

Es stehen die drei Riding Modes „Sport, Touring und Urban“ zur Verfügung, welche auch während der Fahrt aktiviert werden können. Der serienmäßige Quickshifter funktioniert erfreulich gut und auch manuelles Schalten ist dank der neuen, hydraulischen Steuerung sehr leichtgängig. Die 14 Liter Tankinhalt sind nicht gerade üppig, da dürfte doch der ein oder andere Tankstopp auf der Tagesordnung stehen. Und was den Sitzkomfort für den Beifahrer angeht: Dieser ist hier, wie bei den meisten Naked-Bikes, eher unter der Rubrik Sitzbrötchen einzuordnen. Aber das haben wir auch schon weitaus unkomfortabler als bei der neuen Monster erlebt.

Fazit - was bleibt hängen

So viele Jahre hielt Ducati am typischen Aussehen der Monster fest, dass Veränderungen nun wirklich an der Zeit waren. Aber wie viel Monster steckt noch in ihr? Jede Menge finden wir, wenn man denn offen für Veränderungen ist. Man wird sehen, wie gut sich die neue Monster verkaufen wird. Aber die Zielgruppe dürfte in jedem Fall deutlich breiter geworden sein. Auch für Inhaber des A2-Führerscheines ist die neue Monster interessant, denn nach 2 Jahren kann man die 35 kW zwar nicht auf die vollen 111 PS, aber immerhin auf 95 PS aufmachen. Und das sollte somit für viele Jahre Fahrspaß sorgen. Kurzum: Die Überarbeitung der Monster wirkt auf uns klar und durchdacht und könnte der Erfolgsgeschichte der Monster zu neuem Schwung verhelfen.

Unser Dank geht an Ducati-Hamburg für das Testbike.

Preis/Verfügbarkeit/Farben/Baujahre

  • Preis: 11.250€
  • Baujahre: ab 2021
  • Verfügbarkeit: ab 2021
  • Farben: rot, grau, schwarz
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Pro & Kontra

  • Fahrspaß
  • gute Serienausstattung
  • Leichter, kräftiger, besser zu handeln und trotzdem billiger als das Vorgängermodell
  • A2 Variante mit 35kW erhältlich
  • Teurer als die meisten Konkurrenten
  • viel Plastik an den Seiten
Von unserem Team geprüft:

Allgemein

Typ
Naked
UVP
11.290 €

Abmessungen

Gewicht
188 kg
Sitzhöhe
820 mm
Radstand
1.474 mm

Fahrleistungen & Reichweite

Tankinhalt
14 l
Verbrauch
5 l
Reichweite
280 km

Motor & Kraftübertragung

Motorbauart
V2
Zylinderzahl
2
Kühlung
flüssig
Hubraum
937 ccm
Bohrung
94 mm
Hub
67,5 mm
Leistung
111 PS
Drehmoment
93 NM
Ganganzahl
6
Antrieb
Kette

Fahrwerk & Bremsen

Rahmen
Alu-Guss
Federung vorn
Marzocchi USD-Gabel 43 mm
Federweg:
130 mm
Federbein hinten
Monofederbein
Federweg:
140 mm
Aufhängung hinten
Alu-Zweiarmschwinge
Bremsen vorne
Doppelscheibe, Brembo mit radial montierten Vierkolben-Bremssätteln
320 mm
Reifen vorne
120/70 17 Zoll
Bremsen hinten
Einzelscheibe, Zweikolben
245
Reifen hinten
180/55 17 Zoll
ABS
Kurven-ABS