CF-Moto 1000 MT-X im Test

Sehr viel Reise-Enduro für sehr wenig Geld

CF-Moto 1000 MT-X im Test Fotos: Motorradtest.de
 
 
Die neue CFMOTO 1000 MT-X ist sicherlich eines der meisterwarteten Motorräder in dieser Saison - was nicht zuletzt am Preis liegen dürfte. Doch was kann die Reise-Enduro aus China? Ist sie schon auf einer Höhe mit der Konkurrenz aus Europa und Japan? Volker und Dietmar haben sich ein Testbike geschnappt und schildern hier ihre Eindrücke von der neuen MTX.

Angriff auf die Etablierten

Der Preis der CFMOTO 1000 MT-X liegt laut Webseite dank einer 1.000 Euro Promotion-Aktion bei nur 9.999 Euro. Allerdings sind die ersten Maschinen bereits allesamt verkauft, so dass man ab sofort den regulären Preis von 10.999 Euro zahlen dürfte. Bei einem Blick auf die Ausstattungsliste der Maschine wundert man sich trotzdem: Die MT-X kommt mit allem PiPaPo daher, den man sich als Reisender so wünschen kann - inklusive der Heizgriffe und einer Sitzheizung.
 
Bereits beim ersten Anblick fällt die CFMOTO 100 MT-X durch ihr markantes, modernes Design auf. Die aggressive Frontpartie mit LED-Lichtsignatur, die hohe Scheibe und der robuste Motorschutz vermitteln Abenteuerlust pur. Schon rein optisch trägt die CFMOTO 1000 MT-X unverkennbar die Gene von KTM. Das gilt insbesondere für den Motor, der sich leicht geändert auch in der Duke 990 wiederfindet. Die CFMOTO ist in zwei Farben erhältlich und kommt ab Werk mit grobstolligen Pirelli Scorpion Rally STR angefahren. Das sieht doch schon im Stand schwer nach Mongolei aus, oder?
 
Farben: Zwei Designs stehen zur Auswahl.
 
Farben: Zwei Designs stehen zur Auswahl.
 
Abmessungen und Sitzprobe
Die Sitzposition und Ergonomie ist sehr erhaben und komfortabel angenehm. Was beim ersten Aufsitzen sofort auffällt ist die ernorme Sitzhöhe von 875 mm. Dietmar (1.84m groß) kommt noch ganz gut mit den Schuhen auf den Boden, viel kleiner dürfte er aber nicht sein. Die Maschine hat halt auch lange Federwege und ein 21 Zoll Vorderrad, insofern ist die Sitzhöhe für ein geländegängiges Motorrad nicht unüblich.
 
Man sitzt dank des hoch angebrachten Lenkers sehr aufrecht. Die Sitzbank ist bequem gepolstert, aber nicht zu weich. So lässt es sich auch lange Zeit ermüdungsfrei fahren. Der Wechsel in den Stand gelingt problemlos und auch hier empfinden wir die Ergonomie als ziemlich perfekt. Auch über den Soziuskomfort lässt sich nur postives vermelden. Sowohl Fahrer als auch Beifahrer haben reichlich Platz und hinten gibt es amtliche Griffe zum Festhalten. Das geht schon mal gut los...
 
So sitzt es sich auf der CFMOTO 1000 MT-X.
So sitzt es sich auf der CFMOTO 1000 MT-X.
 
 
Cockpit Beleuchtung vorne Beleuchtung hinten

Technik der CFMOTO 1000 MT-X

Die CFMOTO 1000 MT-X präsentiert sich technisch auf der Höhe der Zeit: Ein großes 8" Hochkant TFT-Farbdisplay liefert alle wichtigen Informationen und ist auch bei Sonnenlicht gut ablesbar. Neben verschiedenen Fahrmodi bietet die Maschine eine Traktionskontrolle, einen Tempomaten sowie Schräglagensensorik mit Kurven-ABS. Auf dem Standard-Screen wird neben den üblichen Anzeigen auch der Reifendruck und die Reifen-Temperatur angezeigt. 

Besonders hervorzuheben ist das umfangreiche Connectivity-Paket, mit dem sich das Smartphone koppeln und Navigationsfunktionen direkt ins Cockpit spiegeln lassen (große Vollkarten-Navigation). Apple Carplay kann ohne Kabel genutzt werden, Android Auto leider noch nicht. Das kann sich aber noch ändern, da die Maschine via OTA upgedatet werden kann. 

Zwei USB-Anschlüsse und Heizgriffe udn eine Sitzheizung (!) sind ebenfalls serienmäßig an Bord. Die Maschine kommt mit Voll-LED Licht, Notstop-System (aztomatischer Start der Warnblinkanlage bei starken Bremsmanövern), einem verstellbaren Windschild, Lenkungsdämpfer und Handprotektoren.

Fehlt hier eigentlich überhaupt irgendetwas? Uns fällt nichts ein. Ach doch, ein Radarsystem gibt es nicht, sonst ist aber alles dabei - und zwar ohne Aufpreis!!!

Serien-Endschalldämpfer mit 88 dbA Standgeräusch
Serien-Endschalldämpfer mit 88 dbA Standgeräusch. Klingt gar nicht übel! 

 

Motor und Fahreigenschaften

Im Herzen der 1000 MT-X arbeitet ein flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Reihenmotor mit 946 ccm Hubraum. Mit einer Leistung von 112 PS bei 8.500 Umin und einem satten Drehmoment von 105 Nm bei 6.250 Umin überzeugt das Aggregat durch gleichmäßigen Schub und eine angenehmen Laufkultur. Ab ca. 3.000 Umdrehungen zeigt sich der Motor durchzugsstark, während ab 6.000 Umin nochmal mehr Druck kommt und genug Leistungsreserven für Überholmanöver oder zügige Autobahnetappen bereitstehen. Unter 3.000 Umdrehungen wirkt der Motor allerdings etwas unwillig - typisch für einen Reihentwin.

Was uns allerdings aufgefallen ist, waren spürbare Lastwechselreaktionen und teils merkwürdige Eingriffe der Traktionskontrolle. Hier darf CFMOTO gerne noch ein bisschen Feinarbeit leisten. Änderungen in der Abstimmung können aber problemlos über ein OTA-Update ("Over-the-Air", also ohne einen Händler aufsuchen zu müssen) eingespielt werden, sodass da sicherlich in Zukunft noch etwas passieren wird.

Reihentwin mit 112 PS und vielen KTM-Genen. Reihentwin mit 112 PS und vielen KTM-Genen.
 

Fahreindruck

Auf der Landstraße überzeugt die 1000 MT-X durch ihr ausgewogenes Handling. Es fühlt sich sehr erhaben und souverän an, mit dieser Reise-Enduro Kilometer zu fressen. Trotz des 21 Zoll Vorderrads und des Gewichts bleibt das Motorrad erstaunlich agil, die Lenkpräzision ist hoch und das Kurvenverhalten neutral. Das Fahrwerk ist auf Komfort und Stabilität ausgelegt und bügelt Schlaglöcher souverän weg.

Die voll einstellbare Upside-Down-Gabel und das Zentralfederbein schlucken Unebenheiten souverän und bieten auch bei sportlicher Fahrweise genügend Rückmeldung. Dank des tiefgezogenen 22,5-Liter-Tanks liegt der Schwerpunkt sehr weit unten, was das Handling trotz des Gewichts von ca. 222 kg erstaunlich agil macht.

 
Amtliche Brembo M4.32 Monobloc-Stopper. Amtliche Brembo M4.32 Monobloc-Stopper.
 
Die Brembo-Bremsanlage – 320er Doppelscheiben vorne, 260er Einzelscheibe hinten – verzögert präzise, und das serienmäßige Kurven-ABS arbeitet unauffällig im Hintergrund. Spätestens hier macht es sich also bezahlt, dass CFMOTO trotz des günstigen Preises auf Marken-Anbieter wie KAYABA und Brembo setzt.
 
Im leichten Gelände punktet die Maschine mit ausreichend Bodenfreiheit, dem Motorschutz, robusten Protektoren und dem leicht zu dosierenden Gasgriff. Für anspruchsvolles Offroad-Gelände ist das Gewicht jedoch spürbar, weshalb die 1000 MT-X eher für Schotterpisten und Feldwege als für Hardcore-Offroad gedacht ist. Für eine Euro-5+-Maschine klingt das Bike übrigens überraschend präsent und kernig, mit einem lauten Ansauggeräusch. Das Standgeräusch beträgt offiziell aber nur 88 dbA, das hört sich aber lauter an.
 
 
Die Garantie der CFMOTO 1000 MT-X liegt bei 5 Jahren, der Service ist nur alle 15.000 Kilometer oder einmal jährlich fällig. Das sind beides gute Werte, den potentiellen Käufern mit Vorurteilen über die Qualität von Motorrädern aus China gefallen dürften. Potentielle Wettbewerber gibt es einige: Ducati Desert X / BMW F900 GS / Honda Africa Twin 1100 L / Triumph Tiger 900 Rally / KTM 890 Adventure / Suzuki V-Strom 1050 DE / Voge DS 900 X / Zontes 703 F
 
 

Fazit


Mit der 1000 MT-X präsentiert CFMOTO eine Reise-Enduro, das nicht nur durch einen attraktiven Preis, sondern auch durch eine umfangreiche Ausstattung, solide Technik und ein gelungenes Design überzeugt. Die Maschine bietet hohen Fahrkomfort, moderne Elektronik und ausreichend Leistung für Touren und Alltagsfahrten. Kleine Schwächen im Gelände und die fehlende Feinabstimmung sind verschmerzbar, wenn man das Gesamtpaket betrachtet. Die CFMOTO 100 MT-X ist eine ernstzunehmende Alternative zu etablierten Marken und dürfte vor allem Reise-Einsteiger begeistern


Die Testmaschine wurde uns freundlicherweise von ZTS in Bokel zur Verfügung gestellt. Bei ZTS gibt es Vorführer und Motorräder von CFMOTO, Suzuki, Moto Guzzi, Aprilia und Vespa.

Preis/Verfügbarkeit/Farben/Baujahre

  • Preis: 10.999 €
  • Verfügbarkeit: seit 04/2026
  • Farben: grün, grau
Pro & Kontra
Pro:
  • Starke Serienausstattung mit allem - sogar beheizte Sitzbank
  • komfortables, voll einstellbares Fahrwerk von KYB
  • Motor mit ordentlich Dampf und typischen Reihentwin-Charakter
  • Brembo-Bremsen
  • erhabenes Fahrgefühl
  • Geländegängige Federwege und Bodenfreiheit
Kontra:
  • spürbare Lastwechsel-Reaktionen
  • Traktionskontrolle verbesserungswürdig
  • Windschutz 1b
  • etwas Feinschliff fehlt noch
04.2026: CF-Moto 1000 MT-X
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